Sardinien 2001

 

Mittwoch, 05.09.2001

Morgens werden wir von einem heftigen Sturm geweckt. Eigentlich wollten wir heute mal wieder zum Strand, aber wegen des Windes müssen wir umplanen. Kurz entschlossen unternehmen wir einen Trip zum Nachbarort Porto Rotondo, wo es einen schönen Aussichtspunkt gibt, den Punta della Volpe.

Zum Glück lässt der Wind am Nachmittag etwas nach, und so machen wir uns auf in Richtung Strand. Unser Gang durch die Macchia führt uns diesmal nicht an die große Badebucht, wo wir am ersten Tag waren, sondern zu einem kleinen, nur etwa fünfzig Meter langen Sandstrand, der uns auf Anhieb gefällt. Das Wasser hier ist sauber, ruhig und super zum Schwimmen und Tauchen.


Donnerstag, 06.09.2001

Wir machen uns auf den Weg zur Nordküste. Ich hoffe, dass hier mal ein paar Wellen das Baden interessant machen, aber auch am Spiaggia Rena Majore ist das Wasser ruhig; Wellen gibt es nur ein paar hundert Meter weiter zwischen den Klippen. Die Küste hier ist karger als an der Costa Smeralda im Nordosten, und im immer noch frischen Wind ist es kühl.

Auf dem Rückweg fahren wir über Santa Teresa zum Capo Testa, wo wir zwischen den dort gewaltig aufgetürmten Gesteinsmassen herumkraxeln. Von hier aus kann man auch die Küste Korsikas sehen, deren weiße Klippen herüberleuchten.


Freitag, 07.09.2001

Der Tag beginnt wolkig. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg in Richtung Palau und besichtigen eines der Wahrzeichen Sardiniens: Capo d’Orso, den Bärenfelsen. Der Weg hinauf ist nicht ungefährlich. Die Sonne ist inzwischen hervor gekommen, und uns wird ganz schön warm. Aber die Anstrengung lohnt sich: Der Bärenfelsen selbst ist schon ein toller Anblick, aber die Aussicht von hier oben ist unbeschreiblich: Der Hafen von Palau, die Inseln des Maddalena-Archipels und dazwischen eine riesige Bucht, die tiefblau in der Sonne leuchtet und mit einzelnen weißen Booten gesprenkelt ist.

Nach der Klettertour stärken wir uns mit einem Gelato und schlendern ein Wenig durch Palau. Den nachmittag verbringen wir am Pool. Abends fahren wir nach Baia Sardinia, einem sehr netten Nachbarort von Porto Cervo, wo es nicht ganz so mondän zugeht.


Samstag, 08.09.2001

Strandtag. Wir fahren zu der kleinen Badebucht, die wir am Mittwoch zuvor entdeckt und zu unserem Lieblingsstrand erklärt haben. Auf den Felsblock, neben dem wir das Auto geparkt haben, hat jemand das Wort "Willy" gesprüht. Das ist unser Erkennungszeichen. Nachmittags ziehen ein paar Wolken durch, die sich gegen Abend aber verziehen.


Sonntag. 09.09.2001

In der Nacht hat es erneut heftig gestürmt. Wir beschließen, dennoch zum Strand zu gehen, weil er ein Wenig im Windschatten liegt. Den Sonnenschirm können wir trotzdem nicht aufstellen. Ein paar Kilometer weiter zieht eine Rauchfahne über die Bucht, irgendwo ist ein Waldbrand.

Zum Abendessen fahren wir nach Porto Cervo und müssen feststellen, dass die Preise in den Lokalen direkt am Hafen unsere schlimmsten Befürchtungen bei weitem übertreffen.


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Strand
Unser Lieblingsstrand

Landschaft: Sardinien ist eine herbe Schönheit von unverkennbar mediterranem Charakter. Die Vegetation ist - zumal im Spätsommer - von Hitze und Trockenheit geprägt, nur die widerstandsfahigsten Pflanzen tragen noch grün. Gewöhnungsbedürftig ist der raue Charme der Landschaft im Norden, der Gallura: Schon wenige Meter hinter der Küste beginnt wird es gebirgig, schroffe Felsspitzen stoßen überall durch die dünne Erdschicht.
Was hier anders ist als in vielen anderen Mittelmeerländern: Es ist sauber! Die Straßen sind in einwandfreiem Zustand, man sieht weder rostige Autowracks noch zugemüllte Trümmergrundstücke rechts und links. Außerdem gibt es keine Hochhäuser. Die Dächer der höchstens zweistöckigen Gebäude ducken sich in die Macchia, die Buschvegetation, die überall in Strandnähe vorhanden ist.

Menschen: Die Sarden sind höflich, aber reserviert. Spontane Herzlichkeit haben wir nirgends erlebt. Die Menschen, mit denen wir öfter zu tun hatten, tauten aber nach und nach auf. Ich persönlich hatte den Eindruck, dass das Bemühen, ein paar Brocken italienisch zu sprechen, die meisten Sarden umgänglicher gemacht hat.

 

Nordküste
Die Nordküste

Capo Testa
Capo Testa

Capo d'Orso
Der Bärenfelsen
Palau
Palau
Baia Sardinia
Baia Sardinia
Porto Cervo
Porto Cervo