Vorüberlegungen

Welche Spurweite soll es sein?
Für mich kam von vornherein nur die N-Spur (1:160, Spurweite 9 mm) in Frage.
Zwar ist die größere Spurweite HO (1:87) weiter verbreitet, es gibt hierzu ein weit größeres Angebot an Gebäudemodellen und Zubehör,  jedoch ist  in der N-Spur der Platzbedarf um etwa das Vierfache geringer.
Ein kleines Beispiel soll das deutlich machen: Für einen D-Zug mit Lok und vier Waggons braucht man in Spurweite N einen Bahnsteig von etwa 850 mm Länge, in HO schon ca. 1500 mm.
Noch kleiner ist die Baugröße Z, jedoch ist hier die Zubehör-Auswahl nochmals wesentlich kleiner, und Märklin ist der einzige Hersteller für Loks und Waggons.

Welcher Hersteller?
Für die Spurweite N gibt es Fahrzeuge von verschiedenen Anbietern, u.a. Fleischmann, Minitrix oder Roco. Alle sind normalerweise mit der N-Standardkupplung ausgestattet und lassen sich beliebig miteinander kombinieren. Wer mag, kann mit ein wenig Geschick und den entsprechenden Bausätzen alle Fahrzeuge auf die von Fleischmann entwickelte Profi-Kupplung umrüsten, die einige kleine Verbesserungen bringt.

Bei den Gleisen habe ich mich hauptsächlich aus einem  Grund für Fleischmann entschieden: Sie werden komplett mit der Schotterbett-Nachbildung geliefert, das umständliche Einschottern entfällt.

Zubehör gibt es u.a. von Busch und Noch, Gebäudemodelle in großer Auswahl bei Faller und Vollmer.

Die Firma Arnold, eigentlich Erfinder der N-Spur, hat sich leider von den Turbulenzen der letzen Jahre nicht erholen können; die Produktion wurde wohl endgültig eingestellt. Schade, denn die N-Welt wird dadurch ein ganzes Stück ärmer. 


Welche Epoche soll dargestellt werden?
Wenn auf der Modellbahnanlage der preußische Bummelzug mit Dampflok und Dreiachswagen von einem ICE überholt wird, dreht sich dem echten Modellbahn-Freak der Magen um.

Hier eine Übersicht über die fünf Epochen, in die man die Eisenbahngeschichte heute üblicherweise einteilt:

Epoche

Merkmale

Epoche im
Modell

I. Die Epoche der Länderbahnen
1835-1920
Die einzelnen Bahngesellschaften benutzten zwar z.T. die gleichen Fahrzeuge, jedoch in unterschiedlichen Ausführungen und Beschriftungssystemen. Sehr dünnes Angebot an Fahrzeugen, fast ausschließlich von Minitrix. Wegen fehlenden Zubehörs kann man kaum eine entsprechende Umgebung nachbilden.
II. Die Epoche der Reichsbahn bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs
1920-1945
Dampfloks bestimmen nach wie vor das Bild der Eisenbahn und werden technisch immer weiter perfektioniert. Vereinheitlichung von Farbgebung und Beschriftung. Großes Angebot an Dampf- und auch Dieselloks. Personenwagen. Güterwaggons eher weniger. Kaum passendes Zubehör.
III. Die Epoche der Nachkriegszeit bis zum Ende der Dampflokära
1945-1970
Umbauten und neue Beschriftungen für die Fahrzeuge, die z.T. noch aus der Reichbahnzeit übernommen werden. 1955 Einführung des DB-Logos. Diesel- und Elloks beginnen die Dampfloks zu verdrängen. Großes Angebot an Fahrzeugen aller Art, auch Spezialgüterwagen.
IV. Die Epoche nach Auslaufen des Dampfzugbetriebes 
1970-1985
Elektrifizierung der meisten Strecken ist abgeschlossen. 1974 Einführung des neuen Farbschemas oceanblau-beige für Reisezüge bzw. rot-beige für TEE und IC. Am 26.10.1977 fällt der letzte Vorhang für die Dampflok. Großes Angebot an Fahrzeugen aller Art, auch Spezialgüterwagen.
V. Die heutige Zeit
Ab 1985
Modernste Elloks verdrängen die Diesellok. Neues DB-Logo. Neue Farbgebung: Verkehrsrot für die meisten Loks und Güterwaggons. Neue Farben auch bei Personenzügen. Einführung moderner Zugsysteme wie ICE Reichhaltiges Angebot in allen Bereichen, auch beim Zubehör

Irgendwo dort muss man sich also einsortieren, will man einen realistischen Betrieb nachbilden.
Für mich ist klar: Eine Modellbahn ohne Dampfloks kommt nicht in Frage. Aber auch moderne Güter- und Personenzüge sollen ihren Platz haben. Meine Modellwelt bewegt sich also Anfang der siebziger Jahre und beinhaltet ein möglichst buntes Nebeneinander von Dampf-, Diesel- und Elloks, wobei ich nicht sklavisch darauf achte, ob z.B. von der Baureihe XY 1971 noch Exemplare in Betrieb waren oder nicht. Eklatante "Sündenfälle" wie Fahrzeuge mit Reichsbahnaufschrift oder neuem DB-Logo will ich aber vermeiden; auch die Auswahl der Gebäude und Zubehörteile soll etwa dem Stand von 1970 entsprechen.

Analog oder digital?
Ich hatte mich zunächst entschlossen, bei der herkömmlichen analogen Steuerung zu bleiben: Erstens wegen des moderateren Anschaffungspreises, aber auch wegen des verwirrenden Nebeneinanders verschiedener konkurrierender Systeme. Seit Oktober 2004 kämpfe ich mich nun durch Internetseiten, Literatur und Prospekte, um mich für die Umrüstung schlau zu machen....