Der Gleisplan

Der Gleisplan bildet die Grundlage der Modellbahnanlage. Das Aussehen der Landschaft, Straßenverläufe und Gebäudestandorte werden dadurch schon vorgegeben. Und natürlich wird durch den Gleisplan festgelegt, welche Möglichkeiten der Fahrbetrieb bietet.

 


Übersicht
17 mB

Detail
160 mB


Meine Anlage sollte folgende Möglichkeiten bieten, die sich in meinem Entwurf wiederfinden:

  • Zwei getrennte Stromkreise ermöglichen das Fahren von zwei Loks gleichzeitig

  • Durch die Verbindung der Stromkreise durch eine Doppelkreuzungsweiche ist es auch möglich, einen Zug abwechselnd ohne manuelle Schaltung durch beide Kreise fahren zu lassen

  • Beide Stromkreise haben je ein Ausweichgleis im Bahnhofsbereich

  • Brücken und Tunnel ermöglichen dreidimensionalen Zugbetrieb

  • Einrichtung eines Bahnbetriebswerks mit Drehscheibe

  • Einrichtung eines Güterzugbereiches mit ausreichender Stellfläche für Güterwagen

Im Eifer des Überschwangs haben sich jedoch einige folgenschwere Fehler eingeschlichen, die sich im Fahrbetrieb unschön auswirkten:

  • Die verwendeten Gleisauffahrten erwiesen sich mit ihrer Steigung von über 5% als zu steil. Bergauf verhungerten die Loks, bergab wurden sie zu schnell

  • Links unten ergab sich eine Gleiskombination, bei der eine Weiche, der Beginn der Steigung und eine Kurve zusammentrafen. Hier gab es regelmäßig Entgleisungen

  • Bei der Eisenbahnbrücke gehören über- und unterquerendes Gleis zu  selben Stromkreis; man kann dort also nie zwei Züge gleichzeitig beobachten

  • Die verwendeten Gleisradien sind zu eng. Das sieht besonders bei Personenzügen mit langen Waggongs eckig und unnatürlich aus

  • Die Streckenführung ist durch die Anordnung als Oval zu schematisch, besonders dadurch, dass die geraden Strecken parallel zur Anlagenkante verlaufen

Diese Fehler hätten sich vermeiden lassen, wenn ich mich vorher anhand entsprechender Literatur über die Grundlagen der Anlageplanung informiert hätte. Es kann nicht schaden, hier durchaus Zeit und Geld in Bücher unterschiedlicher Autoren zu investieren, da z.B. die Anlagenentwürfe aus dem  Gleisplan-Buch der Firma Fleischmann allesamt auf dem Einfach-Oval mit langen Geraden und engen Kurvenradien basieren.


Der neue Gleisplan im Entwurf

Zum Glück ermöglichte mir unser Umzug, eine etwas großzügigere Planung als L-förmige Anlage im Keller in Angriff zu nehmen. Die Unterschiede fallen sofort ins Auge:

  • Es gibt kein Gleisoval, bei dem Züge im Kreis herum fahren.
  • Stattdessen sorgt ein als Kehrschleife ausgeführter Schattenbahnhof dafür, dass ein Zug den Bahnhofsbereich mit wechselnder Fahrtrichtung durchfährt.
  • Es gibt - außer im Bahnhofsbereich - keine langen Geraden. Der Gleisverlauf wirkt dadurch eleganter und vorbildnäher.
  • Alle sichtbaren Kurven sind in den Radien 3 und 4 ausgeführt - es fahren keine Züge um die Ecke
  • Bei Platzmangel sind die Steigungsstrecken als Gleiswendel ausgeführt und in Bergstöcken versteckt
  • Für jede Fahrtrichtung gibt es ein Güterzuggleis, das nicht direkt an einer Bahnsteigkante vorbeiführt

Diese Anlage ist in Planung und Ausführung natürlich erheblich aufwändiger als die erste. Daher habe ich mich bei der Erstellung des Planes auch eines Computerprogramms bedient.

Die Intellibox von Uhlenbrock - Herzstück der Digitalsteuerung

Durch die Kehrschleife bildet die gesamte Strecke quasi ein einziges, ineinander verschachteltes Gleisoval. Es gibt also auch nur noch einen Stromkreis. Um gleichzeitig zwei oder noch mehr Züge auf dieser Anlage fahren lassen zu können, muss die Strecke in Blockabschnitte eingeteilt werden. So etwas hatte ich bisher noch nie gemacht, daher habe ich einiges an Gehirnschmalz in diese Materie investieren müssen.

Bei den Vorüberlegungen stellte sich schnell heraus, dass die Komplexität der Steuerung am besten durch ein Digitalsystem gehändelt werden kann. Damit stand ich schon wieder vor einer neuen Herausforderung: Dem Aufbruch in die digitale Modellbahnwelt...


Fortsetzung folgt!