Kurs Patmos

Ausgangspunkt: Blick über die Marina in Kos. Hier machen Privatyachten und Charterschiffe fest. Es gibt gute Sanitär-
einrichtungen und in der Nähe Gaststätten und umfangreiches Nachtleben
Mittwoch, 04.09.2002

Wir erreichen den Flughafen von Kos nach ruhigem Flug. Zwei Taxis bringen uns zur Marina, und bald schon haben wir die Charteryacht gefunden, die für die nächsten Tage unser Zuhause sein wird: Eine Bavaria 40 namens Frost. Offenbar ist die Putzkolonne bereits fertig, denn wir können sofort an Bord.
Während die eine Hälfte von uns sich schon auf den Weg macht, um Proviant einzukaufen, kommt für die anderen die Hiobsbotschaft: Es gibt Schwierigkeiten mit der Charter, der ganze Törn steht auf der Kippe. Einige Stunden, lange Diskussionen und fruchtlose Telefonate später steht für uns fest: Wir segeln! Die Probleme mit der Charteragentur müssen nach der Reise geklärt werden.


Donnerstag, 05.09.2002

Wegen des nötigen Formularkrams verzögert sich das Auslaufen. Die Griechen sind ein freundliches Volk und haben viel, viel Zeit! Das Ablegemanöver wird ausführlich besprochen, jeder kennt seine Handgriffe - kaum läuft die Maschine, kommen dienstbare Geister und werfen kurzerhand die Leinen los...
Es bläst ein kräftiger Nordwest, der im Sommer hier übliche Meltemi. Wir fahren durch die Meerenge von Bodrum und nehmen Kurs auf die nördlich gelegene Insel Leros. Da der Wind jetzt genau gegenan steht, müssen wir schon bald die Segel bergen und die Maschine zur Hilfe nehmen.
Wir passieren die Inseln Pserimos und Kalymnos östlich. Es schaukelt ganz ordentlich, aber alle halten sich wacker.
Am späten Nachmittag erreichen wir  Leros und legen in Ormos Panteli an, einem gemütlichen Fischerhafen an der Ostküste. Der erste Tag auf See ist geschafft.
Alle sind ziemlich kaputt, aber die Stimmung an Bord ist gut. Nach dem Abendessen in einem urigen Lokal direkt am Strand unternehmen wir noch einen kleinen Spaziergang durch den Ort.


Freitag, 06.09.2002

Am Vorabend hat eine Yacht mit irischer Besatzung neben uns im "Päckchen" festgemacht, die uns beim Ablegen hilft. 
Norbert und ich setzen uns ins Beiboot und machen Aufnahmen von der segelnden Yacht.
Unser heutiges Ziel ist der Hafen Skala auf Patmos. Die Windverhältnisse sind unverändert; wir müssen durch die Meerenge zwischen den Inseln Leros und Lipso kreuzen, was viel mehr Zeit in Anspruch nimmt als gedacht. Als wir den Hafen erreichen, ist es für eine Besichtigung der Insel bereits wieder zu spät. Wir beschließen, die eigentlich vorgesehene Nachtfahrt ausfallen zu lassen den nächsten Vormittag dafür zu nutzen.
Skala ist ein größerer Hafen in einer tief eingeschnittenen Bucht. Die Uferstraße führt direkt am Kai entlang, der Verkehr und ein nahegelegenes Dieselkraftwerk machen ordentlich Lärm. Zum Ausgleich finden wir in der Nähe eine Pension, wo wir für einen kleinen Obolus duschen können.


Samstag, 07.09.2002

Mit dem Taxi bzw. einem Motorroller fahren wir hinauf zum Johanneskloster und genießen die fantastische Aussicht über die Insel. Am Mittag heißt es wieder: Leinen los! Wir fahren jetzt in südlicher Richtung und haben daher raumen Wind, aber ausgerechnet heute macht der Meltemi Pause. So müssen wir den größten Teil der heutigen Strecke wieder unter Motor zurücklegen.
Am frühen Nachmittag ankern wir in einer kleinen, menschenleeren Bucht auf der Westseite von Leros, wo zum ersten Mal die Badehose nass gemacht wird. Nur eine Ziegenherde schaut uns dabei zu.
Später am Abend erreichen wir nach kurzer Fahrt den Hafen Lakki. Hier gibt es eine recht gut ausgestattete Yachtstation und wieder jede Menge laute Motorräder auf der Uferstraße.
Kurz nach dem Anlegen passiert noch ein Ausrutscher beim An-Bord-Gehen, der bis auf eine Beule und ein paar Kratzer  zum Glück glimpflich ausgeht. Eine Platzwunde oder ein Knochenbruch hätten das vorzeitige Ende des Törns bedeutet.
 

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Beschaulichkeit, aber keinerlei Yachtservice: Panteli ist ein kleiner Fischerhafen

Navigation am Kartentisch: Der nächste Tagestörn wird geplant

Fiert auf die Schoten: Großsegel und Genua sind gesetzt, die Bavaria fällt ab und nimmt Fahrt auf

Abendstimmung auf Patmos: Der idyllische Eindruck trügt etwas, der Straßenlärm ist äußerst störend

Gruppenbild mit Panorama: Die Aussicht vom Johanneskloster über die zerklüftete Insel Patmos ist überwältigend

Stummer Zeuge der Jahrhunderte: Ein Torbogen im Johanneskloster

Das ist Segeln: Man muss sich in manchen Dingen behelfen, aber hat die schönsten Ecken für sich